Zombie Paella: Valencianische Untote wollen keine Hirne, sondern Paella

Valencianische Zombies fressen kein Hirn, sondern Paella: Der Samhain Verlag bringt den Bluff-Filler Zombie Paella auf die Spieleschmiede. 2 bis 5 Personen, rund 25 Minuten.

Zombie Paella: Cover der deutschen Ausgabe des valencianischen Bluff-Fillers vom Samhain Verlag
Bild: Zombi Paella / Ranok Creative

Zombies, die statt Hirnen lieber Paella verschlingen: Der valencianische Filler Zombie Paella sucht als deutsche Ausgabe des Samhain Verlags auf der Spieleschmiede nach Unterstützung. In rund 25 Minuten sammeln 2 bis 5 Personen fünf Zutatenkarten, bluffen um die besten Stücke und klauen sich die Beute gegenseitig wieder weg.

Eckdaten

SpielZombie Paella (deutsche Ausgabe)
Verlag (deutsche Ausgabe)Samhain Verlag
OriginalThe Zombie Paella / La Fallera Calavera Deluxe (2024), Zombi Paella und Ranok Creative
AutorEnric Aguilar Almodóvar
IllustrationEsther Méndez
Spieleranzahl2 bis 5 Personen
Spielzeitrund 25 Minuten
Alterab 10 Jahren
Komplexität2,0 von 5 (leichter Filler)
MechanikenSet Collection, Bluff und Wetten, Take that, Handmanagement
PlattformSpieleschmiede (Spiele-Offensive)

Worum es geht

Die Ausgangslage ist so albern wie charmant: Paella stammt aus Valencia, und deshalb, so die Prämisse des Spiels, ernähren sich valencianische Zombies nicht von Gehirnen, sondern von Paella. Wer die Horde besänftigen will, muss die fünf richtigen Zutaten für das Gericht zusammenbekommen. Genau das ist Ihr Ziel: fünf Zutatenkarten sammeln, bevor die Konkurrenz Ihnen zuvorkommt.

Hinter dem Spiel steckt kein Neuentwurf, sondern eine überarbeitete Deluxe-Fassung: Zombie Paella ist die aufgehübschte Version des in Valencia populären Kartenspiels La Fallera Calavera. Verantwortlich für das Design ist Enric Aguilar Almodóvar, Gründer des Kleinverlags Zombi Paella; die Illustrationen stammen von Esther Méndez. Der lokale Ursprung ist dabei mehr als Deko: Der Humor, die Bildsprache und die Zutatenwelt sind bewusst valencianisch gehalten und geben dem Filler seinen eigenen Ton.

Wie es sich spielt

Im Kern ist Zombie Paella ein Set-Collection-Spiel: Sie sammeln fünf Zutatenkarten, die für alle sichtbar auf dem Tisch ausliegen, ähnlich wie beim ebenfalls auf der Spieleschmiede erschienenen Trinket Trove. Dass die begehrten Karten offen daliegen, ist der Motor des Spiels, denn jede und jeder am Tisch sieht, was die anderen brauchen und was ihnen noch fehlt.

Dazu kommt die zweite Zutat: Bluff und Konflikt. Mit verdeckten Kampfkarten und unberechenbaren Spezialkarten fallen die Mitspielenden übereinander her und schnappen sich die Zutaten, die sie gerade haben wollten. Das ist klassisches Take that: Sie planen einen sicheren Zug, kassieren eine gemeine Karte und stehen wieder mit leeren Händen da. Weil die Kampfkarten verdeckt gespielt werden, wird jede Auseinandersetzung zur kleinen Wette darauf, was die Gegenseite auf der Hand hält. Handmanagement rundet das Ganze ab: Wann setzen Sie Ihre stärkste Karte, wann halten Sie sie zurück?

Das Ergebnis ist ein schnelles Absacker-Spiel, das sich von Partie zu Partie anders anfühlt, weil die Kartenlage und die Angriffe jedes Mal andere Verläufe erzwingen. Zombie Paella ist ein reines Mehrspielerspiel für zwei bis fünf Personen; einen Solo-Modus gibt es nicht.

Für wen sich das lohnt

Zombie Paella zielt klar auf leichte, gesellige Runden: Familien, Gelegenheitsspielende und alle, die einen schnellen, gemeinen Absacker mit Bluff-Anteil suchen. Die angegebene Komplexität von 2,0 von 5 und die knappe Spielzeit von rund 25 Minuten unterstreichen das. Wer strategische Tiefe und lange Grübelpartien im Kennerspiel-Bereich erwartet, ist hier falsch; wer einen humorvollen Take-that-Filler mit valencianischem Lokalkolorit mag, findet genau das.

Wer die Wahl hat, spielt Zombie Paella am besten zu dritt oder viert: Die Community empfiehlt diese Besetzung, weil der Bluff-Anteil zu zweit an Dynamik verliert und zu fünft das Chaos spürbar überhand nimmt.

Auf BoardGameGeek steht das Original bei einem Schnitt von 7,39 aus 46 Bewertungen. Das ist ein freundliches Signal aus einer noch kleinen Community, aber kein Gütesiegel: Die Datenbasis ist überschaubar und sollte nicht mit einer breiten Marktresonanz verwechselt werden.

Der Verlag: Samhain und die Krimidinner-Ecke

Die deutsche Ausgabe verantwortet der Samhain Verlag, im DACH-Raum vor allem für seine Krimi- und Horrordinner bekannt. Dieser Hintergrund erklärt auch das Beiwerk der Kampagne: Neben Zombie Paella lassen sich als Add-on mehrere Dinner-Kästen dazubuchen, etwa Tod aus dem Reagenzglas, Nacht des Wahnsinns, Zombie Apokalypse und Haunted Hotel (je 28 Euro). Für Runden, die den makabren Humor mögen, ist das ein stimmiges Umfeld; fürs Spiel selbst sind diese Kästen aber Zugaben, kein Bestandteil.

Pledges und Add-ons

Die Kampagne hält sich schlank. Zwei Stufen stehen zur Wahl:

  • Untotilla (5 Euro): eine digitale Spielernetzwerk-Errungenschaft. Diese Stufe enthält kein Spiel, sondern ist eine reine Unterstützungsstufe.
  • Una Verwesa, por favor! (18 Euro): das eigentliche Angebot mit Zombie Paella in der deutschen Version plus einem Zombie-Paella-Bierdeckel.

Der Sprung von 5 auf 18 Euro ist damit kein Ausbau des Spielerlebnisses, sondern der Unterschied zwischen bloßem Unterstützen und dem Spiel im Karton. Das Spiel selbst lässt sich zusätzlich auch als Add-on (18 Euro) buchen, ebenso die genannten Dinner-Kästen. Ein Spiel, eine Ausstattung: Am Inhalt von Zombie Paella ändern die Stufen und Add-ons nichts, sie erweitern nur das Drumherum.

Stand der Kampagne

Zombie Paella läuft aktuell auf der Spieleschmiede. Zum Zeitpunkt dieser Vorstellung (Stand: 1. Juli 2026) sind es rund 28 Tage Restlaufzeit und sieben Unterstützerinnen und Unterstützer. Den aktuellen Finanzierungsstand sehen Sie direkt auf der Kampagnenseite. Wer den DACH-Crowdfunding-Überblick sucht, findet ihn in unserer Crowdfunding-Wochenschau sowie bei weiteren Kartenspiel-Kampagnen auf der Spieleschmiede.

Fazit

Zombie Paella ist genau das, was es sein will: ein schneller, gemeiner Bluff- und Take-that-Filler mit valencianischem Charme, jetzt in deutscher Ausgabe. Kein Kennerspiel, kein Solo-Vergnügen, aber ein hübscher Absacker für gesellige Runden, die es nicht zu ernst nehmen. Der lokale Ursprung und der Krimidinner-Verlag im Rücken geben dem kleinen Kartenspiel einen Ton, den man so nicht überall bekommt.