Quake als Brettspiel: Archon Studio schickt den Shooter-Klassiker als Koop-Dungeon-Crawler auf den Tisch
Archon Studio holt einen der lautesten Namen der Shooter-Geschichte auf den Spieltisch: Quake, 1996 von id Software gestartet, wird zum Brettspiel, einem kooperativen Dungeon-Crawler für ein bis vier Personen, mit optionalem Deathmatch-Modus für Duelle am Tisch. Noch sammelt das polnische Studio auf Gamefound aber nur Interessenten. Die eigentliche Finanzierungskampagne hat noch nicht begonnen, und genau das sollten Sie wissen, bevor Sie auf den Folgen-Button klicken.
Kurz erklärt: Quake: The Board Game ist die Brettspiel-Umsetzung des Ego-Shooters Quake (1996) durch Archon Studio: ein kooperativer Dungeon-Crawler für 1 bis 4 Personen mit optionalem Deathmatch-Modus.
Worum es geht
Quake gehört zur Gründungsgeneration des 3D-Ego-Shooters. Schnelles Tempo, enge Gänge, Raketenwerfer und Gegner, die aus jeder Ecke kommen. Archon Studio überträgt diese Vorlage in ein Brettspiel und stützt sich dabei auf eine Lizenz von Bethesda und id Software. Das Studio hatte die Quake-Umsetzung bereits 2024 zusammen mit einer Dishonored-Adaption angekündigt.
Wer genau hinschaut, sieht zwei Quake-Generationen in einer Schachtel: Die Kampagne mischt den düsteren Horror des ersten Teils mit dem Strogg-Material aus Quake II, inklusive Endgegner Makron. Das ist weniger Bruch als Best-of, sollte man aber im Kopf haben, wenn man eine reine Werktreue zu einem bestimmten Teil erwartet.
Das Spiel kennt zwei Spielweisen. Im kooperativen Modus treten ein bis vier Spielende gemeinsam gegen die Strogg an, die kybernetischen Gegner der Reihe, sowie gegen weitere Monster, die der Verlag als „eldritch horrors“ beschreibt. Daneben gibt es einen Deathmatch-Modus, in dem die Spielenden direkt gegeneinander antreten. Das ist die Verbeugung vor dem Quake, an das sich viele zuerst erinnern: das harte, schnelle Mehrspieler-Duell.
Was Sie am Tisch tun
Anders als bei der ersten Sichtung lässt die Vorschau inzwischen mehr Mechanik durchblicken, als reine Marketing-Schlagworte vermuten lassen. Laut den eigenen Kampagnengrafiken bauen Sie ein Deck auf und verwalten eine Handkarten-Auslage („build your deck, manage your hand“), während das Spielfeld aus modularen Bodenplättchen besteht und die Karte zufällig generiert wird. Das verschiebt Quake am Tisch ein Stück weit vom reinen Geschicklichkeits-Shooter Richtung Kartensteuerung und variablen Aufbau, ein Genre-Mix, der wiederholtes Spielen tragen soll.
Im Deathmatch-Modus geht es um das, was die Computervorlage ausmacht: Sie hetzen durch die Arena, sammeln Power-ups ein, rüsten Ihr Waffenarsenal auf und schalten dann die Mitspielenden aus. Tempo und Positionierung dürften wichtiger sein als langes Grübeln. Wie sich das konkret anfühlt, ob also echte Interaktion oder nur paralleles Aufrüsten entsteht, lässt sich aus der Vorschau noch nicht abschließend sagen, das ist vorerst eine Lesart anhand der gezeigten Bausteine.
Die genaue Zugstruktur des Koop-Modus, also Aktionsfolge und Kampfauflösung im Detail, hat Archon Studio noch nicht in Textform offengelegt. Sobald der Verlag die Regeln konkret zeigt, liefern wir die Mechanik nach. Ähnlich offen war zuletzt auch der Survival-Crawler Hoxfall in seiner Gamefound-Vorschau.
Helden, Strogg und eine Schachtel voller Miniaturen
Die Vorschau verspricht reichlich Material: Miniaturen für die Heldenfiguren ebenso wie für die Gegner und Bosse der Reihe, dazu Karten und eine Core Box als Grundspiel. Die „What you get“-Grafik nennt unter den Gegnern bekannte Strogg-Namen wie Makron, Berserker, Gladiator, Gunner, Guard, Tank und Hornet. Wer das Spiel früh auf Gamefound abonniert, bekommt als Anmeldebonus eine zusätzliche Miniatur, den „Legendary Ranger“.
Stand der Kampagne
Hier liegt der Knackpunkt für die DACH-Leserschaft. Die Gamefound-Seite existiert in einer deutschen und einer englischen Fassung, sie ist aber eine Vorschau- und Folgen-Seite. Eine laufende Finanzierung mit Preisen und Zeitfenster gibt es noch nicht. Ein Finanzierungsziel, die Pledge-Stufen, die Preise und mögliche Stretch-Goals nennt Archon Studio bisher nicht. Auch ein Startdatum und ein Enddatum für die Kampagne stehen öffentlich nicht fest. Noch Ende 2025 war offen, wann die Kampagne beginnt und was das Spiel kosten wird. Was Sie heute tun können, ist die Seite zu abonnieren und sich damit den Ranger-Bonus zu sichern.
Eine eigene deutsche Verkaufsausgabe oder einen Lokalisierungspartner für den DACH-Handel hat der Verlag bislang nicht öffentlich bestätigt. Dass Gamefound eine deutschsprachige Projektseite anbietet, sagt über eine deutsche Spielausgabe noch nichts aus: Hier lohnt es, den Kampagnenstart abzuwarten. Wie schnell solche Koop-Lizenzspiele auf Gamefound laufen können, zeigte zuletzt Towers of Yoma.
Einordnung
Für Quake-Fans ist die Adaption ein naheliegender Reiz: ein Stück Shooter-Geschichte als Miniaturenspiel, mit einem Deathmatch-Modus, der das kompetitive Erbe der Vorlage ernst nimmt. Bemerkenswert ist, dass die Vorschau aktuell vor allem Ausstattung und Miniaturen in den Vordergrund stellt, während die eigentliche Zugstruktur des Koop-Modus erst in Umrissen sichtbar ist. Deckbau, Handkarten und modulare Plättchen sind genannt, das konkrete Zusammenspiel noch nicht. Für eine Kaufentscheidung fehlen zudem die wichtigsten Zahlen: Ohne Preis und ohne Finanzierungsziel bleibt es eine Vorschau, kein Pledge. Wer Interesse hat, abonniert die Seite und wartet den eigentlichen Kampagnenstart ab. Ähnlich wie bei anderen Videospiel-Lizenzen am Spieltisch gilt: Wir melden uns wieder, sobald Archon Studio Termin, Preise und Spielregeln auf den Tisch legt.
Bild: Archon Studio