Point City: Der Point-Salad-Nachfolger auf Board Game Arena
Seit dem 2. November 2026 ist Point City laut offizieller BGA-Forum-Ankündigung auf Board Game Arena spielbar, Umsetzung: Studio Tchobello. Es ist der Stadtbau-Nachfolger des Kartenspiel-Hits Point Salad vom selben Designer-Trio, wer mit Punktesalat großgeworden ist, findet hier dieselbe Draft-Idee in komplexerer Form. Wer dagegen die deutsche Ausgabe Punktestadt im Laden sucht, hat es derzeit schwer: Mehrere deutsche Händler führen sie als ausverkauft oder nicht mehr lieferbar, auch beim Verlag selbst ist sie aktuell nicht verfügbar.
Vom Punktesalat zur Punktestadt
„From the team that brought you the smash hit Point Salad“, schreibt Designer-Trio Molly Johnson, Robert Melvin und Shawn Stankewich selbst über Point City auf BoardGameGeek, und meint damit mehr als nur dieselben Namen auf der Schachtel. Point Salad ist ein reines Draft- und Set-Collection-Kartenspiel für 2 bis 6 Personen, mit einem BGG-Schwierigkeitsgrad von 1,15 von 5 eines der leichtesten Familienspiele überhaupt. Point City übernimmt das Draften, baut aber ein waschechtes Engine-Building obendrauf, also einen Spielmotor aus Gebäuden, der ab dem Moment der Konstruktion von selbst weitere Vorteile liefert: Gebäude liefern permanente Ressourcen für spätere Züge, es gibt Bonusplättchen für bestimmte Kombinationen, und die Spielerzahl sinkt auf 1 bis 4. Die Altersfreigabe bleibt bei 10 Jahren wie beim Vorgänger, der Komplexitätssprung ist aber spürbar: Mit Schwierigkeitsgrad 1,70 statt 1,15 braucht Point City mehr Vorausplanung, Familien, die Punktesalat als Einstieg kennen, sollten sich darauf einstellen. Die deutschsprachige Rezension von Brettspielbox bringt es auf den Punkt: Wer beim Draften immer auch mitdenken muss, welche Kombination sich finanzieren lässt, hat spürbar mehr zu tun als beim leichteren Vorgänger.
Wie man in der Stadt baut
Gespielt wird über ein 4x4-Kartenraster, aus dem jede Person pro Zug zwei orthogonal benachbarte Karten nimmt, wahlweise auch die oberen zwei Karten vom Nachziehstapel, von denen nur die erste bekannt ist, die zweite bleibt verdeckt. Ressourcenkarten bezahlen damit Gebäudekarten, manche Gebäude liefern wiederum dauerhafte Ressourcen für kommende Züge. Die sechs Ressourcentypen unterscheiden sich laut Rulebook nicht nur per Farbe, sondern auch über ein eigenes Icon (Blatt, Blitz, Person, Zahnrad, Dollarzeichen, Stern) und einen Textnamen. Gebäude mit Bürgersymbol bringen zusätzlich ein Bürgerplättchen, das am Spielende Bonuspunkte für bestimmte Ressourcenkombinationen bringt, das Bürgersymbol ist dabei ein einzelnes, wiederkehrendes Icon, keine Symbolvielfalt zum Auswendiglernen. Nach genau 17 Runden pro Person ist der Nachziehstapel leer, das Spiel endet. Einen Ausgleichsmechanismus für einen schwachen Start nennt das Rulebook nicht, zwei Sicherheitsventile gibt es aber: Ingenuity-Ressourcen wirken als Joker für jeden Rohstofftyp, und wer mit dem Markt unzufrieden ist, kann jederzeit zum Nachziehstapel wechseln. Für den Soloeinstieg gibt es einen KI-Gegner, der nach einem festen, vorhersagbaren Muster über zwei textbeschriftete Markt-Marker durchs Kartenraster wandert. Im Mehrspielermodus sind diese Marker laut Rulebook nur eine optionale Gedächtnisstütze, im Solomodus dagegen notwendig, weil sie dort die einzige Möglichkeit sind, die Zugposition der KI zu verfolgen. Es gibt drei wählbare Schwierigkeitsgrade von leicht bis schwer. Am Familientisch mit Kindern oder beim ersten Mal dürfte eine Partie eher Richtung 45 statt der offiziellen 15 bis 30 Minuten dauern.
Premium-Titel, aber mit Einstieg für alle
Wichtig für alle, die jetzt direkt loslegen wollen: Point City läuft auf Board Game Arena als Premium-Titel, wie wir bereits erklärt haben, braucht also mindestens eine spielende Person mit entsprechender Mitgliedschaft, die den Tisch eröffnet. Mitspielen können danach auch Nicht-Premium-Mitglieder kostenlos, einen eigenen Tisch oder eine Solopartie ohne Premium-Mitgliedschaft eröffnen aber nicht. Schon knapp 18.400 gespielte Partien zeigen, dass die Hürde viele nicht abschreckt. Die Plattform selbst läuft auf Deutsch, und weil Point City Kosten und Effekte überwiegend über Icons und Zahlen statt über Fließtext kommuniziert, bleibt die Sprachhürde klein, eine vollständig deutsche Übersetzung der Gebäudenamen auf BGA ließ sich allerdings nicht zweifelsfrei bestätigen.

Eckdaten zu Point City
- Spielerzahl: 1 bis 4
- Spielzeit: 15 bis 30 Minuten
- Alter: ab 10 Jahren
- Designer: Molly Johnson, Robert Melvin, Shawn Stankewich
- Verlag: Flatout Games und Alderac Entertainment Group (Original, 2023), deutsche Fassung „Punktestadt“ seit 2023 bei Skellig Games, aktuell nicht lieferbar (24,90 Euro UVP, Stand 03.11.2026)
- Auf Board Game Arena: Premium-Titel, spielbar seit 2. November 2026
- BGG-Wertung: 7,12 bei 5.202 Stimmen, Rang 1139, Schwierigkeitsgrad 1,70 von 5 (Snapshot 03.11.2026)
Was wir davon halten
Für alle, die Punktesalat kennen und mehr wollen, ist der digitale Zugang gerade jetzt eine gute Gelegenheit: Die deutsche Papp-Ausgabe ist schwer zu bekommen, Board Game Arena bleibt bis auf Weiteres der verlässlichste Weg, um Point City überhaupt zu spielen. Für Familien, die mit Punktesalat schon vertraut sind, und für Kennerspielerinnen und -spieler, die etwas mehr Tüftelei suchen, lohnt sich der Blick.