Cult of the Lamb als Brettspiel: Worker Placement statt Roguelite
Am 21. Juli startet Paper Fort Games die Kickstarter-Kampagne zu „Cult of the Lamb: The Board Game“, der offiziellen Brettspiel-Adaption des Videospiels von Massive Monster und Devolver Digital. Am Tisch entsteht daraus kein Roguelite, sondern ein kompetitives Wettrennen um den größten Kult, das nach vier Runden entschieden ist.
| Eckdaten | |
|---|---|
| Verlag | Paper Fort Games, Nottingham |
| Lizenz | Massive Monster (Entwicklung), Devolver Digital (Publisher) |
| Spielende | 1 bis 4, kompetitiv, mit Solo-Modus |
| Mechanik | Worker Placement, Würfelkampf, leichter Dungeon-Crawl |
| Partiedauer | vier Runden |
| Spielzeit | nennt Paper Fort Games mit dem Kampagnenstart |
| Alter | nennt Paper Fort Games mit dem Kampagnenstart |
| Kampagnenstart | 21. Juli 2026, Kickstarter |
Spielablauf: zwei Phasen, vier Runden
Eine Partie läuft über genau vier Runden, und jede Runde zerfällt in zwei Hälften. Diese Struktur begrenzt die Partie nach oben, eine Minutenangabe nennt Paper Fort Games erst mit dem Kampagnenstart. In der einen ziehen Sie los: Der Verlag nennt diesen Teil „Crusade“, einen leichten Dungeon-Crawl, in dem Sie sich durch Gegner arbeiten und Kämpfe über Würfel entscheiden. Vorher wählen Sie Ihre Waffe. Das Spektrum reicht laut Vorab-Update von nekromantischen Äxten bis zu göttlichen Dolchen, das Kampfsystem selbst beschreibt Paper Fort Games ausdrücklich als einfach gehalten.
In der anderen Hälfte kehren Sie in Ihr Lager zurück, und das Spiel wird zum Worker-Placement-Spiel (Sie setzen Ihre Anhänger auf Aktionsfelder, jedes Feld ist meist nur einmal belegbar). Sie schicken Ihre Anhänger zur Arbeit, zum Gebet oder auf Wanderschaft und erzeugen so Rohstoffe und Glauben. Predigten, Doktrinen und Rituale bilden den Überbau. Wer nach vier Runden den stärksten Kult vorweist, gewinnt.
Die Anhänger sind die Wirtschaft
Der interessanteste mechanische Baustein ist die Follower-Wirtschaft. Ihre Anhänger sind zugleich Ihre Arbeiter und Ihr Material: Holzköpfe, die in farbige Roben-Miniaturen gesteckt werden. Jeder Anhänger trägt einen Namen und Charakterzüge, mehr als sechs aktive Anhänger führt niemand. Die Anhänger lassen sich auf Stufe 2 und Stufe 3 aufwerten, indem Heiligenschein- und Altar-Aufsätze aufgesteckt werden, und schalten dadurch stärkere Aktionsfelder frei. Wer die Hygiene im Lager vernachlässigt, dessen Anhänger erkranken oder sterben, so das Vorab-Update.
Aus dieser Kopplung ergibt sich die eigentliche Spannung: Arbeiter sind endlich, Aufwertungen kosten Runden, und jede Runde, die Sie in den Ausbau stecken, fehlt Ihnen auf dem Kreuzzug.
Vier Bischöfe, vier Kämpfe
Gegner der Kreuzzüge sind die vier Bischöfe der alten Religion, aus dem Videospiel bekannt als Leshy, Heket, Kallamar und Shamura. Jeder Bischofskampf steht für sich und wirft eine eigene Belohnung ab. Am Ende wartet, wie in der Vorlage, „The One Who Waits“. Zur Auswahl stehen vier Prophetinnen und Propheten: Lamm, Ziege, Eule und Schlange.
Den Solo-Modus beschreibt das Vorab-Update als Quest-Struktur: Sie führen allein das Lamm durch Quests, bis alle vier Bischöfe besiegt sind. Die Regeln dazu sind noch nicht öffentlich.
Videospiel gegen Brettspiel: Wer das Original liebt, bekommt etwas anderes
Das Videospiel ist ein Roguelite: Sie sterben, Sie starten neu, der Lauf beginnt von vorn, und der Fortschritt sickert langsam durch. Das Brettspiel ist nichts davon. Es ist eine kompetitive Vier-Runden-Partie mit Aufbau-Ökonomie und einem Kampfsystem, das laut Verlag bewusst leicht bleibt. Wer Atmosphäre, Bischöfe und die Anhänger-Sammelei sucht, findet sie. Wer das rastlose Sterben-und-neu-Anfangen des Originals erwartet, sucht am falschen Tisch.
Über 7.000 Menschen hatten sich zum Stand des Verlags-Updates vom 30. Dezember 2025 für die Startbenachrichtigung eingetragen. Das ist ein Reichweitensignal, kein Qualitätsurteil. Wer der Kampagne vorab folgt und später eine physische Ausgabe unterstützt, soll zusätzlich ein Geschenk zur Individualisierung der eigenen Anhänger erhalten: Kampagnen-Marketing, kein Produktmerkmal.
Erfahrung mit großen Lizenzen hat das Studio: Zuletzt brachte Paper Fort Games „Terraria: The Board Game“ und „Cosmoctopus“ heraus. Einen ersten öffentlichen Blick aufs Material gab es auf der UK Games Expo 2026.
Deutsche Ausgabe, Preise, Stretch Goals
Preise, Pledge-Stufen und Stretch Goals gibt Paper Fort Games mit dem Kampagnenstart am 21. Juli bekannt.
Für den deutschsprachigen Raum gibt es bislang keine angekündigte Ausgabe, keinen Lokalisierungspartner, keinen Termin. Wir prüfen die Kampagnenseite nach dem 21. Juli erneut und tragen nach, was dann belegt ist. Bis dahin gilt: Wer hier mitspielen will, spielt vorerst auf Englisch. Am Familientisch heißt das: englische Karten und ein englisches Regelheft.