Was sind Roll-and-Write-Spiele? Definition und Beispiele

Symbolgrafik zu Roll-and-Write-Spielen: spiralgebundener Punkteblock mit Zahlenraster und eingetragenem Streckenverlauf, Bleistift und zwei ruhende Würfel auf hellem Hintergrund

Ein Roll-and-Write-Spiel ist ein Spiel, bei dem alle Mitspielenden mit Würfelergebnissen oder aufgedeckten Karten eigene Symbole auf einem persönlichen Spielblock eintragen, um daraus Punkte zu erzielen. Alle handeln dabei meist gleichzeitig, sodass praktisch keine Wartezeit zwischen den Zügen entsteht.

Grundmechaniken von Roll-and-Write-Spielen

Würfeln und Eintragen bildet den Kern: Aus den gewürfelten oder aufgedeckten Werten wählen alle Mitspielenden eine Option aus und markieren sie auf dem eigenen Blatt, meist unabhängig vom Zug der anderen. Am Ende zählt, wer die Eintragungen am geschicktesten zu Kombinationen und Mustern verbunden hat. Anders als bei klassischen Brettspielen wandert dabei kein gemeinsamer Spielplan von Zug zu Zug, jede Person führt ihr eigenes Blatt parallel zu den übrigen. Diese Unabhängigkeit vom Zug der anderen macht viele Vertreter des Genres zu sogenanntem Multiplayer-Solitär mit wenig direkter Interaktion, Ganz Schön Clevers Würfel-Freigabe für alle ist hier die bekannte Ausnahme.

Der einfache Einstieg und die kurze Spieldauer erklären einen Großteil der Beliebtheit: Die Regeln lassen sich meist in wenigen Minuten erklären, eine Partie ist oft nach 15 bis 30 Minuten beendet. Da praktisch nur ein Spielblock und ein Stift pro Person nötig sind, eignet sich das Genre auch für sehr große Runden ohne zusätzliches Material.

Bekannte Roll-and-Write-Spiele

Ganz Schön Clever von Wolfgang Warsch ist der stärkste Deutschlandbezug des Genres: Der deutsche Designer entwickelte das Spiel für den deutschen Verlag Schmidt Spiele. Eine bis vier Personen ab 8 Jahren kombinieren darin in rund 30 Minuten sechs Würfel geschickt zu Kettenreaktionen über sechs Farbfelder hinweg. Wer einen Würfel nicht nutzt, gibt ihn für alle anderen frei, was die Auswahl auch außerhalb des eigenen Zuges spannend hält.

Qwixx von Steffen Benndorf, erschienen beim Nürnberger-Spielkarten-Verlag, verbindet Würfelspiel und Roll-and-Write in Personalunion: Zwei bis fünf Personen ab 8 Jahren kreuzen in nur 15 Minuten Zahlenreihen auf einem eigenen Spielblock an. Würfelreich hat das Spiel bereits im Würfelspiele-Glossar eingeordnet, dort mit Fokus auf die Würfelmechanik statt auf das Spielblatt.

Welcome To... von Benoit Turpin weicht von der klassischen Würfelmechanik ab: Statt zu würfeln, deckt die Gruppe Karten auf, weshalb BGG das Spiel offiziell als Flip-and-Write statt als reines Roll-and-Write führt. Eine bis 100 Personen ab 10 Jahren tragen darin in rund 25 Minuten Hausnummern in eine wachsende Straße ein und verbessern nebenbei Parks, Pools und weitere Grundstücke. Weil alle gleichzeitig aus denselben aufgedeckten Karten wählen, lässt sich das Spiel laut BGG auch mit deutlich größeren Gruppen als den meisten Roll-and-Write-Titeln spielen. In Deutschland erscheint es bei Pegasus Spiele.

Von Würfelkombinationen über Nummernreihen bis zu aufgedeckten Straßenkarten: Alle drei Beispiele teilen das Prinzip, Ergebnisse auf einem persönlichen Blatt festzuhalten statt Figuren über einen gemeinsamen Spielplan zu bewegen. Genau diese Blattbindung macht das Genre auch für sehr große Runden praktikabel, da kein Material zwischen den Spielenden wandern muss. Am Ende einer Partie bleibt dadurch auch kein aufgebauter Spielplan zurück, der wieder abgebaut werden müsste, nur die ausgefüllten Blätter zum Vergleichen der Punktzahlen. Die hier vorgestellten Titel liegen im leichten bis mittleren Gewichtsbereich, das Genre reicht mittlerweile aber auch in schwerere Kategorien mit mehrschichtigen Entscheidungen.

Quellen

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