Crowdfunding-Wochenschau KW 35/2026: Geisterzug, blutiger Monolith und zwei Klassiker im Endspurt
Nach der Gen Con ist auf den drei großen Plattformen wenig los: Die Spieleschmiede hat in den vergangenen sieben Tagen kein neues Brettspiel gestartet, und die einzige neue Gamefound-Kampagne der Woche, eine Sonderedition von Mykerinos, erreicht keine der Auswahlschwellen dieser Ausgabe. Diese Wochenschau konzentriert sich daher auf vier Kickstarter-Kampagnen: zwei frisch gestartete Titel und zwei Klassiker-Neuauflagen, die in den kommenden Tagen enden. Alle Zahlen sind Momentaufnahmen vom 24. August 2026.
Spirit Train: ein Geisterzug für die letzte Reise
Spirit Train: The Final Journey von SweaterBear Games ist seit dem 18. August auf Kickstarter live und läuft noch bis zum 15. September. Am 24. August 2026 stehen 262.726 US-Dollar zu Buche, bei einem Ziel von 10.000 US-Dollar sind das 2.627 Prozent, getragen von 1.733 Unterstützenden. Die drei Pledge-Stufen werben mit 30, 20 und 32 Prozent Rabatt gegenüber dem späteren Ladenpreis. Versand, Steuern und Zoll rechnet die Kampagne nach eigenen Angaben separat nach Kampagnenende ab.
Designt haben das Spiel Casey Mattes und Zoey Mattes. Als Fährleute zwischen den Welten bauen 2 bis 4 Spielende in 60 bis 90 Minuten ihren Zug aus wechselnden Waggons, sammeln Geister ein und begleiten sie in ihr Jenseits. Mechanisch mischt Spirit Train Worker Placement mit einer Aktionsreihenfolge, die von der Stimmung der Geister abhängt. Einen Solo- und Koop-Modus bietet erst die oberste Pledge-Stufe mit der Zusatzkampagne „The Lost Soul“, laut Kampagnenbeschreibung acht Kapitel im Solo- oder Koop-Modus.
The Monolith: blutiges Opfer für einen außerirdischen Fels
Auch The Monolith von Plaid Hat Games ist seit dem 18. August live, mit Laufzeit bis zum 17. September. Am 24. August 2026 sind 110.998 US-Dollar zusammengekommen, bei einem Ziel von 50.000 US-Dollar sind das 222 Prozent und 1.221 Unterstützende. Plaid Hat Games hatte eine erste Kampagne zum Spiel bereits im Juni gestartet und sie trotz erfolgreicher Finanzierung nach drei Tagen abgebrochen. Firmenchef Colby Dauch nannte im August gegenüber der Fachpresse den Grund: Die Zusagen seien bereits am zweiten Kampagnentag vollständig zum Stillstand gekommen, weshalb Plaid Hat Games den Neustart erst nach eingehender Analyse der Fehler plante.
Design stammt von Phil Gross. 3 bis 4 Spielende führen als Schamanen Krieger gegen rivalisierende Kulte, sammeln Herzen und opfern sie am Ende jeder Runde dem titelgebenden Monolithen, der daraufhin die Kampfaktionen der Partie bestimmt. Eine Partie dauert laut Verlag rund 120 Minuten. Das Grundspiel hat keinen Solo-Modus, gegen Aufpreis bringt ein Bot-Pack-Zukauf Unterstützung für 1 bis 2 Spielende.
Zu Versandkosten und Einfuhrabgaben für Unterstützende außerhalb der USA macht die Kampagne, anders als Spirit Train, keine Angabe. Die Reward-Texte nennen für alle Stufen nur einen weltweiten Versand ohne weitere Details.
Twilight City und Kalmár: Queen Games holt zwei Pierrot-Spiele zurück
Nur noch bis zum 27. August läuft die Kickstarter-Kampagne von Queen Games zu Twilight City und Kalmár: Merchants in Buda, zwei Spielen des ungarischen Designers Pierrot (Tamás Z. Marosi). Am 24. August 2026 stehen 9.026 Euro bei einem Ziel von 2.000 Euro, das sind 451 Prozent bei 59 Unterstützenden. Die Deluxe-Stufen nennen Ladenpreise von 79,99 Euro für Kalmár und 89,99 Euro für Twilight City, das Bundle beider Spiele kostet gegenüber einem Richtpreis von rund 180 Euro je nach Stufe 15 oder 25 Prozent weniger. Alle Deluxe-Stufen schließen laut Kampagne die deutsche und die EU-Mehrwertsteuer ein, die Bundle-Stufen liefern zusätzlich versandkostenfrei nach Deutschland und in die EU.
Twilight City schickt 1 bis 4 Spielende als Partisanen gegen ein diktatorisches Gouverneursregime in einer smoggeschwängerten Stadt, mit Tableau-Aufbau und rund 120 Minuten Spielzeit, und bringt einen eigenen Solo-Modus mit. Kalmár versetzt 2 bis 4 Spielende für 90 bis 150 Minuten als konkurrierende Kaufmannssöhne ins Buda des 15. Jahrhunderts, mit Warenhandel, Investitionen und einem eigenen Modus für zwei Personen, aber ohne klassischen Solo-Modus. Beide Spiele erschienen ursprünglich bei Private Moon Studios. Queen Games mit Sitz in Troisdorf bringt jetzt Deluxe-Neuauflagen beider Titel heraus.
Mexica, Bridges of Shangri-La, Gheos und Reel Rivals: vier Klassiker in letzter Minute
Der britische Verlag Play For Keeps beendet seine Sammelkampagne zu vier Euro-Klassikern bereits am 26. August. Am 24. August 2026 stehen 56.824 britische Pfund bei einem Ziel von 12.250 Pfund, das sind 464 Prozent, unterstützt von 814 Personen. Die Mexica-Stufe wirbt mit rund 7 Pfund Ersparnis gegenüber dem Ladenpreis, das Bundle aller vier Spiele mit rund 46 Pfund. Zu Mehrwertsteuer oder Zoll für Unterstützende in der EU äußert sich die Kampagne, anders als Queen Games bei Twilight City und Kalmár, nicht.
Das Zugpferd der Kampagne ist Mexica von Michael Kiesling und Wolfgang Kramer, der dritte Teil ihrer Masken-Trilogie aus dem Jahr 2002. 2 bis 4 Spielende ziehen in rund 90 Minuten Kanäle und Brücken durch Tenochtitlan und gründen Bezirke für Mehrheitspunkte, ein Solo-Modus fehlt. Dazu kommen die Neuauflagen von Bridges of Shangri-La, Gheos und Reel Rivals als weitere Titel im selben Bundle.
Diese Ausgabe teilt sich in der Mitte: Spirit Train und The Monolith sind komplett neue Spiele, Twilight City/Kalmár und das Mexica-Bundle bringen dagegen Bestehendes in neuer Auflage zurück. Wer an Twilight City, Kalmár oder den vier Play-For-Keeps-Titeln interessiert ist, hat nur noch wenige Tage Zeit. Die kommende Woche dürfte nach der Sommerpause wieder mehr Neustarts bringen.