Chronicles of Crime: Beyond Doubt: Corax Games bringt drei App-Krimis auf die Spieleschmiede

Corax Games finanziert die deutsche Version von Chronicles of Crime: Beyond Doubt auf der Spieleschmiede: drei App-Krimis für Solo und Koop. Wir ordnen ein, was belegt ist und wo die Kampagne schweigt (Stand: 2. Juli 2026).

Die drei App-Krimi-Boxen von Chronicles of Crime: Beyond Doubt von Corax Games auf der Spieleschmiede
Chronicles of Crime: Beyond Doubt bündelt drei App-Krimis (Bild: Spieleschmiede / Corax Games).

Corax Games finanziert auf der Spieleschmiede die deutsche Version von Chronicles of Crime: Beyond Doubt, einer Staffel aus drei eigenständigen App-Krimis für Solo- und Koop-Ermittler. Wir ordnen ein, was in den Boxen steckt, welche Zahlen die Kampagne belegt und wo sie schweigt (Stand: 2. Juli 2026).

Die Reihe Chronicles of Crime stammt von Designer David Cicurel und erscheint international bei Lucky Duck Games (laut BoardGameGeek). Corax Games übernimmt für den deutschsprachigen Raum die Lokalisierung und wickelt die Vorbestellung über die Spieleschmiede von Spiele-Offensive ab. Für DACH-Leser ist damit vor allem eines relevant: Es geht um deutsche Ausgaben einer bereits etablierten Reihe, nicht um ein Erstlingswerk.

Was man in Beyond Doubt tut: App-gestützte Ermittlung

Chronicles of Crime ist ein app-gestütztes Ermittlungsspiel. Eine kostenlose Begleit-App steuert den Fall: Sie liest über den Bildschirm eingescannte Karten aus, gibt Hinweise frei und hält den Fortschritt fest. Am Tisch befragen die Ermittler Zeugen und Figuren, durchsuchen Orte und untersuchen Tatorte, die die App als dreidimensionale 360-Grad-Ansichten zeigt (so beschreiben es die Kampagnen-Grafiken). Zeit ist dabei eine Ressource: Wer Orte aufsucht und Verhöre führt, verbraucht Spielzeit, und am Ende zählt, wie stichhaltig die Schlussfolgerung ist.

Beyond Doubt bündelt drei thematisch eigenständige Boxen, jede mit einer eigenen neuen Kernhandlung:

  • Cryptid Cases (Thema Kryptiden): Hier steht das Aufspüren eines Monsters im Mittelpunkt. Die Kampagne nennt diese Mechanik „Monster finden".
  • Eldritch Secrets (Cthulhu-Mythos): Statt eines Täters stellt man dem Schrecken selbst nach; die Kampagne nennt das „Schrecken stellen".
  • Courtroom Justice (Gerichts- und Anwaltsthema): Die Ermittlung mündet in ein Plädoyer vor Gericht; die Kampagne nennt das „Plädoyer halten".

Über diese drei benannten Aufhänger hinaus beschreibt die Kampagne die genaue Aktionsökonomie der neuen Boxen (Zugstruktur, Kartenzug, Handlungsoptionen pro Runde) nicht in Textform. Was das Spiel im Detail tut, lässt sich derzeit nur aus dem bekannten Reihen-Ablauf und den Kampagnen-Bildern ableiten, nicht aus offiziellen Regeltexten.

Zwei Punkte sollte man vor dem Pledge nüchtern einordnen. Erstens ist die Interaktion am Tisch vor allem gemeinsame Deduktion: Die Gruppe wertet Hinweise zusammen aus und gleicht sie mit der App ab, statt sich über ein tief verzahntes Regelsystem gegenseitig zu fordern. Wer schweren Koop oder ein Wirtschaftsspiel sucht, trifft hier eine andere Spielsorte. Zweitens sind die Fälle im Kern Einmalmaterial: Wer einen Fall gelöst hat, kennt die Auflösung. Der Wiederspielwert einer solchen Reihe hängt darum an der Zahl und Qualität neuer Szenarien, nicht an einer sich stetig neu mischenden Systemtiefe. Genau darin liegt der Sinn der drei getrennten Boxen und der Cold-Cases-Erweiterung, und daran sollte man die Pledge-Stufen messen.

Spielerzahl, Spielzeit, Alter: was belegt ist und was nicht

Hier ist Vorsicht geboten. Der strukturierte Abruf der Spieleschmiede-Kampagne liefert für Spielerzahl, Spielzeit und Mindestalter der Basisboxen keine Werte; eine Info-Grafik der Kampagne zeigt zwar entsprechende Symbole, nennt aber keine maschinenlesbaren Zahlen. Belastbar ist bislang nur ein benachbarter Datenpunkt: BoardGameGeek führt für die Erweiterung Cold Cases (BGG-ID 456721) 1 bis 4 Spielende, 90 bis 120 Minuten pro Szenario und ein Alter ab 12 Jahren. Diese Angaben gelten der Erweiterung, nicht eins zu eins den drei Basisspielen. Verlässliche, offiziell kommunizierte Eckdaten der Basisboxen liegen zum Snapshot-Zeitpunkt nicht vor.

Und selbst wo eine Zeitangabe vorliegt, schwankt die reale Tischzeit bei Ermittlungsspielen stark mit der Grübel- und Diskussionsfreude der Runde; eine Referenz wie „90 bis 120 Minuten" ist also eher Richtwert als Versprechen.

Chronicles of Crime ist traditionell Solo und im Koop spielbar, und die Kampagne bewirbt beide Modi ausdrücklich. Einen eigenen, vom Koop abweichenden Solo-Modus beschreibt sie im Detail allerdings nicht; die BGG-Mechanikliste der Erweiterung führt „Solo / Solitaire Game" ausdrücklich auf.

Cold Cases und The Forgotten Archive: Inhalt vor Etikett

Zwei Zusatzprodukte gehören zur Kampagne, und sie unterscheiden sich klar:

  • Cold Cases (Add-on, 18 Euro) ist eine Erweiterung mit drei neuen Szenarien, je eines für jede der drei Beyond-Doubt-Boxen. Laut BGG bringt sie alternative Orts- und Charakterkarten ohne aufgedruckte Beschreibung, nur mit einem Symbol für die Zuordnung, was den Schwierigkeitsgrad anzieht. Das ist ein Inhalts- und Spielzuwachs.
  • The Forgotten Archive (Add-on, 28 Euro) ist die von Corax Games als „Verbesserungsziele" bezeichnete Sammelbox. Wichtig für die Einordnung: In den strukturierten Kampagnendaten sind keine klassischen Stretch-Goals mit Freischalt-Schwellen hinterlegt. The Forgotten Archive bündelt Material- und Komponenten-Aufwertungen, keine Regel- oder Mechanikänderungen. Wer die Box dazunimmt, bekommt also besseres Material, kein neues Spielsystem.

Kampagnenstand und Pledge-Stufen auf der Spieleschmiede

Die Spieleschmiede weist für dieses Projekt kein klassisches Finanzierungsziel und keine Prozentquote aus (der hinterlegte Zielwert ist null). Eine Finanzierungsquote lässt sich daher seriös nicht angeben. Belegt sind zum Stand 2. Juli 2026 nur 39 Unterstützer und 28 Tage Restlaufzeit. Ein konkretes Liefer- oder Erscheinungsdatum nennen die strukturierten Kampagnendaten nicht; BGG ordnet die Reihe dem Jahrgang 2027 zu.

Die Pledge-Stufen unterscheiden sich vor allem darin, wie viel Spiel und wie viel reines Material sie bringen:

  • Einzelboxen (je 27 Euro): eine der drei Beyond-Doubt-Boxen, also ein komplettes Spiel.
  • Sonderkommission (80 Euro): alle drei Basisspiele. Rein spielerisch die volle Beyond-Doubt-Staffel, ohne Zusätze (5 Unterstützer).
  • Ohne jeden Zweifel (125 Euro): die drei Basisspiele plus Cold Cases (drei zusätzliche Szenarien, also Spielzuwachs) und The Forgotten Archive (Komponenten-Aufwertung, kein Regelzuwachs). Dies ist mit 33 Unterstützern klar die meistgewählte Stufe.
  • Eine Frage der Zeit (182 Euro): alles aus „Ohne jeden Zweifel" plus die ältere Millennium-Reihe (1400, 1900, 2400) und Chroniken der Zeit. Spielerisch kommen hier vier weitere Titel aus dem Rückkatalog hinzu (1 Unterstützer).

Eine reine Support-Stufe „Anonymer Hinweis" (5 Euro) bringt kein Spiel, sondern nur eine digitale Errungenschaft im Spielernetzwerk.

Einordnung: Lohnt sich Beyond Doubt?

Für Fans der Reihe ist Beyond Doubt vor allem eine bequeme Gelegenheit, drei neue Fälle in geprüfter deutscher Ausgabe zu sichern, statt auf Importe zu warten. Wer die Reihe noch nicht kennt, sollte die offenen Eckdaten im Blick behalten: Zu Spielerzahl, Spielzeit und Alter der Basisboxen hält sich die Kampagne bislang bedeckt, und ohne ausgewiesenes Finanzierungsziel sagt die Unterstützerzahl wenig über die tatsächliche Realisierungssicherheit. Die Boxen selbst sind thematisch klar getrennt, und die Trennung zwischen echtem Spielzuwachs (Cold Cases) und reiner Materialaufwertung (The Forgotten Archive) lohnt vor dem Pledge einen zweiten Blick.

Weitere aktuelle Kampagnen bündeln wir laufend in unserer Crowdfunding-Wochenschau.