Was sind Partyspiele? Definition, Arten und Beispiele

Symbolgrafik zu Partyspielen: Sanduhr und Sprechblase mit Fragezeichen, umgeben von Konfetti, auf hellem Hintergrund

Ein Partyspiel ist ein Brett-, Karten- oder Geschicklichkeitsspiel mit einfachen, schnell erklärten Regeln für größere und gemischte Runden, das auf schnellen Spaß statt auf lange Strategie setzt. Die meisten Partien dauern nur wenige Minuten und lassen sich beliebig oft hintereinander spielen.

Kommunikations- und Aktionsspiele

Kommunikationsspiele leben vom Reden, Beschreiben und Erraten statt von Würfeln oder Karten. Bei Wer bin ich? vom deutschen Verlag HABA raten zwei bis sechs Personen ab 5 Jahren in rund 20 Minuten per Ja-Nein-Fragen, welche Figur auf der Karte an ihrer Stirn klebt. Tabu von Designer Brian Hersch schickt Teams von vier bis zehn Personen ab 12 Jahren in 20-Minuten-Runden auf die Suche nach Begriffen, die ohne die jeweils gesperrten Tabu-Wörter erklärt werden müssen. Bei beiden Spielen entscheidet weniger Fachwissen als Ausdrucksvermögen und schnelles Kombinieren von Hinweisen.

Aktionsspiele stellen Tempo und Reflexe in den Vordergrund, körperlich wie am Tisch. Twister, 1966 von Chuck Foley, Reyn Guyer und Neil W. Rabens entwickelt, lässt zwei bis vier Personen ab 6 Jahren in rund 10 Minuten Hände und Füße auf einer Bodenmatte verknoten. Ligretto vom deutschen Verlag Schmidt Spiele treibt zwei bis vier Personen ab 8 Jahren mit gleichzeitigem, zeitkritischem Kartenablegen an: Wer zuerst seinen Stapel leert, gewinnt die Runde. Fachwissen braucht keines der beiden Spiele, nur schnelle Reflexe und etwas Toleranz für Chaos am Tisch.

Wissens- und Geschicklichkeitsspiele

Wissensspiele setzen auf Allgemeinwissen statt auf Geschick. Trivial Pursuit von Scott Abbott und Chris Haney lässt in seiner klassischen Genus-Edition von 1981 ab 12 Jahren beliebig große Gruppen in rund 90 Minuten Fragen aus sechs Kategorien beantworten, um am Ende alle Tortenstücke zu sammeln. Die schiere Zahl an Themenausgaben, von Sport bis Popmusik, macht das Prinzip bis heute anpassbar an fast jede Interessenlage. Anders als bei den Kommunikations- und Aktionsspielen entscheidet hier tatsächlich Faktenwissen über Sieg oder Niederlage.

Geschicklichkeitsspiele verlangen eine ruhige Hand statt Fachwissen. Jenga, von der britischen Designerin Leslie Scott entwickelt, lässt eine bis acht Personen ab 6 Jahren in rund 20 Minuten Holzklötze aus einem wackelnden Turm ziehen und oben wieder aufstapeln. Der Name stammt vom Swahili-Wort für „bauen“. Bei Looping Louie retten zwei bis vier Personen ab 4 Jahren in 10-Minuten-Runden ihre Spielfiguren-Hühner vor einem batteriebetriebenen, kreisenden Spielzeugflugzeug. Weder Lesen noch Rechnen ist bei beiden Spielen nötig, nur eine ruhige Hand und gutes Timing.

Ob per Ja-Nein-Fragen, Kartenschlacht, Quizfrage oder wackligem Turm: Alle vier Kategorien lassen sich in wenigen Minuten erklären und beliebig oft hintereinander spielen, was sie zum verlässlichen Programm für gemischte Runden macht. Zwei der sieben genannten Titel, Wer bin ich? und Ligretto, kommen dabei von deutschen Verlagen. HABA und Schmidt Spiele prägen das Partyspiel-Regal hierzulande also spürbar mit. Weitere Partyspiel-Neuigkeiten sammelt Würfelreich im Partyspiel-Archiv.

Quellen

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