Was sind Legespiele? Definition und Beispiele
Legespiel ist ein deutscher Sammelbegriff für Spiele, bei denen Plättchen, Karten oder andere Elemente nach festen Regeln auf einer Fläche ausgelegt werden, um Muster, Landschaften oder Punkte zu erzeugen. Der Begriff ist dabei breiter als einzelne Fachbegriffe wie Tile Placement oder Area Control, die jeweils nur eine spezifische Ausprägung des Legens beschreiben und eigene Glossareinträge verdienen.
Herkunft und Mechaniken von Legespielen
Die Grundidee reicht weit zurück: Traditionelle Spiele wie Domino oder Mahjong folgen seit Jahrhunderten dem Prinzip, Spielsteine nach festen Anschlussregeln aneinanderzulegen. Bei Domino müssen die Zahlenwerte an den Enden übereinstimmen, bei Mahjong bestimmte Zeichen-Kombinationen entstehen, in beiden Fällen entscheidet die richtige Platzierung über den Fortschritt. Moderne Legespiele übertragen dieses Prinzip auf Landschaften, Fliesenmuster oder Gebietskarten und verbinden es häufig mit zusätzlichen Siegpunkt-Mechanismen.
Innerhalb des Legespiel-Begriffs unterscheidet die Fachsprache mehrere spezifischere Mechaniken: Tile Placement beschreibt das Anlegen einzelner Plättchen an ein wachsendes Muster, Pattern Building das gezielte Erstellen von Mustern nach Vorgaben, und Area Control das Kontrollieren von Gebieten durch platzierte Spielsteine. Diese drei Mechaniken sind eigenständig genug für eigene Glossareinträge und werden deshalb hier nur kurz eingeordnet, nicht im Detail behandelt. Carcassonne etwa vereint Tile Placement und Area Control in einem Spiel, während Azul in erster Linie Pattern Building betreibt, ohne dass eine gemeinsame Fläche kontrolliert wird.
Bekannte Legespiele
Carcassonne von Klaus-Jürgen Wrede ist eines der bekanntesten Legespiele: Zwei bis fünf Personen ab 7 Jahren legen in 30 bis 45 Minuten Landschaftsplättchen aneinander, um Städte, Straßen und Klöster zu vervollständigen. Designer und Erstverlag sind dabei deutsch: Wrede entwickelte das Spiel für Hans im Glück, wo es bis heute erscheint. Mit einer BGG-Komplexität von 1,9 von 5 gilt es als vergleichsweise leicht zugänglicher Vertreter des Genres.
Azul von Michael Kiesling verlegt das Legeprinzip auf bunte Fliesen: Zwei bis vier Personen ab 8 Jahren ziehen in 30 bis 45 Minuten Fliesen aus gemeinsamen Auslagen und ordnen sie zu Mustern auf dem eigenen Spielertableau. Designer Kiesling stammt ebenfalls aus Deutschland, und veröffentlicht wird das Spiel hierzulande unter anderem bei Pegasus Spiele. Mit einer BGG-Komplexität von 1,8 von 5 liegt es nah an Carcassonne, setzt den Schwerpunkt aber stärker auf Mustererkennung als auf Gebietsaufbau.
Ob als jahrhundertealtes Anlegespiel wie Domino oder als moderner Fliesen-Puzzle-Titel wie Azul: Das Prinzip des Legens verbindet ein außergewöhnlich breites Feld an Spielen unterschiedlichster Komplexität. Gerade weil der Begriff so viel abdeckt, lohnt sich beim Kauf ein Blick auf die konkrete Mechanik dahinter, statt sich allein auf die Bezeichnung „Legespiel“ zu verlassen. Wer sich für die spezifischeren Ausprägungen Area Control oder Tile Placement interessiert, findet dazu jeweils einen eigenen, vertiefenden Glossareintrag bei Würfelreich.