Slay the Spire: Das Brettspiel im Test

Slay the Spire: Das Brettspiel im Test

Videospiele sind mittlerweile nicht nur Vorlagen für Filme und Serien, sondern auch für Brettspiele. Viele Verlage nutzen die Popularität bekannter digitaler Titel und setzen diese in teilweise richtig spannende analoge Erlebnisse um. So auch bei Slay the Spire: Das Brettspiel. Das erfolgreiche Roguelike-Deckbuilding-Spiel von Mega Crit hat seit 2017 eine riesige Fangemeinde aufgebaut und liegt nun dank Contention Games und Nice Game Publishing als deutschsprachiges Brettspiel für 1–4 Spieler auf dem Tisch.

Aber lohnt sich die Anschaffung eines Brettspiels für rund 120 €, wenn es das Ganze doch schon digital auf praktisch jedem System gibt? Genau das haben wir uns angeschaut.

Was steckt in der Schachtel?

Die Schachtel von Slay the Spire ist nicht gerade klein – und das hat seinen Grund. Über 750 Karten, vier Spielfiguren, Spielertableaus, zwei Spielpläne, ein Händlertableau, ein Würfel, diverse Marker und eine Markerschale warten auf dich. Dazu kommen mitgelieferte Kartenhüllen mit blickdichter Rückseite, in die sämtliche Karten vor der ersten Partie gesteckt werden müssen. Das dauert zwar eine Weile, hat aber einen cleveren Hintergrund, auf den wir gleich noch kommen.

Positiv fällt direkt das durchdachte Insert auf. Die einzelnen Kartenstapel lassen sich sauber einsortieren, kleine Trenner helfen bei der Übersicht und eine Tokenbox kann direkt auf den Tisch gestellt werden. So geht der Auf- und Abbau deutlich schneller von der Hand, als man es bei dieser Materialmenge erwarten würde. Selbst wenn die Schachtel aufrecht im Regal steht, bleibt alles an seinem Platz. Bei einem Spiel mit so vielen Karten und Komponenten ist das keine Selbstverständlichkeit.

Worum geht es eigentlich?

Slay the Spire hält sich auch auf dem Spieltisch nicht lange mit einer ausführlichen Hintergrundgeschichte auf. Ein mysteriöser Wal gibt dir Unterstützung für deine bevorstehende Aufgabe, du wählst einen von vier Charakteren und los geht die Reise durch den titelgebenden Spire – einen Turm voller Monster, Schätze und Geheimnisse. Das Ziel: drei Akte durchlaufen, dabei immer stärker werden und am Ende jedes Aktes den Bossgegner besiegen. Ein vierter Akt kann freigeschaltet werden.

Thematisch lässt sich das Ganze nicht in ein einzelnes Genre pressen. Etwas Fantasy, etwas Sci-Fi und etwas klassisches Rollenspiel werden hier wild gemixt, ähnlich ergeht es den verschiedenen Monsterarten und Helden. Das wirkt zunächst etwas bizarr, entwickelt aber schnell seinen ganz eigenen Charme. Wer eine epische Story erwartet, wird sie hier nicht finden. Hier geht es um die Mechanik – und die hat es in sich.

Der größte Unterschied zur digitalen Vorlage: Im Computerspiel bist du immer alleine unterwegs. Hier kannst du mit bis zu drei Freunden kooperativ losziehen – etwas, das digital schlicht nicht möglich ist.

Welche Helden stehen zur Auswahl?

Wie auch im Computerspiel stehen vier völlig unterschiedliche Charaktere zur Verfügung. Jeder von ihnen spielt sich grundlegend anders und bringt eigene Startkarten sowie einen individuellen Kartenpool mit, aus dem im Laufe der Partie neue Karten hinzukommen können.

  • Der Eiserne – ein klassischer Kämpfer, der enormen Schaden austeilen und sich gelegentlich selbst heilen kann. Der wohl zugänglichste Charakter für den Einstieg.
  • Die Stille – eine Jägerin, die mit Messern und Gift über die Dauer eines Kampfes immer gefährlicher wird. Dafür bringt sie weniger Lebenspunkte mit und braucht etwas Anlaufzeit, bis ihr volles Potenzial zum Tragen kommt.
  • Die Seherin – eine blinde Mystikerin, die verschiedene Haltungen einnimmt und sich so flexibel an jede Situation anpassen kann. Sie ist am schwersten zu meistern, belohnt aber geschicktes Spiel enorm.
  • Das Defekte – eine Art Roboter, der sogenannte Orbs kontrolliert und damit Elementarmagie wirkt. Ein Charakter, der über die Orb-Mechanik ein ganz eigenes Spielgefühl mitbringt.

Jeder Charakter startet mit einem eigenen kleinen Deck aus etwa zehn einfachen Karten. Im Laufe des Spiels wird dieses Deck erweitert, optimiert und auf die eigene Strategie zugeschnitten. Und selbst mit demselben Charakter kann sich jeder Run völlig anders anfühlen, je nachdem welche Karten, Relikte und Tränke einem das Schicksal so vor die Füße wirft.

Wie läuft eine Partie ab?

Vor jeder Partie wird der Spielplan des jeweiligen Aktes ausgelegt und mit zufälligen Markern bestückt. So ist jeder Durchlauf etwas anders aufgebaut – typisch für ein Roguelike. Auf dem Plan gibt es verschiedene Pfade mit Abzweigungen, und die Gruppe entscheidet gemeinsam, welchen Weg sie nehmen möchte.

Und genau hier beginnen schon die ersten spannenden Entscheidungen. Geht die Gruppe den direkten Weg über mehrere Kampffelder, um möglichst viel Beute zu sammeln? Oder lieber einen Umweg über ein Lagerfeuer, um verlorene Lebenspunkte zu regenerieren? Traut ihr euch an ein Elite-Monster heran, das zwar deutlich stärker ist, aber auch bessere Belohnungen abwirft? Oder spielt ihr es lieber sicher?

Neben den obligatorischen Kämpfen gegen normale und Elite-Monster wartet der Weg durch den Spire auch mit zufälligen Ereignissen, Händlern und Schätzen auf. Bei Ereignissen zieht die Gruppe eine Karte und muss sich zwischen verschiedenen Optionen entscheiden – oft mit einem gewissen Risiko verbunden. Beim Händler können mit gesammeltem Gold neue Karten gekauft, vorhandene aus dem Deck entfernt oder Relikte und Tränke erworben werden. Das immergleiche Ziel jeden Aktes bleibt aber der abschließende Boss-Fight am oberen Ende des Spielplans.

Bei allen drei Akten ist der grundsätzliche Ablauf identisch, lediglich die Monster werden anspruchsvoller und fordernder. Wer den ersten Akt überstanden hat, kennt das Spielprinzip – muss sich aber auf härtere Gegner einstellen.

Wie funktionieren die Kämpfe?

Die Kämpfe nehmen den größten Teil der Spielzeit ein, laufen im Grunde aber recht simpel und rundenweise ab. Bevor die Spieler an der Reihe sind, wird ein einzelner Würfel geworfen – und das Ergebnis gilt für die gesamte Runde, für alle Effekte aller Spieler und Monster. Das klingt unscheinbar, ist aber ein ziemlich genialer Kniff. Denn so wird der Zufall auf einen einzigen Wurf pro Runde reduziert, und die Gruppe kann ihre gesamte Strategie um dieses eine Ergebnis herum planen. Viele Relikte und Fähigkeiten knüpfen an den Würfelwurf an, was jede Runde zu einem kleinen Puzzle macht.

Danach sind nacheinander die Spieler an der Reihe. Aus den aktuellen Handkarten werden diejenigen ausgewählt, die ausgespielt werden sollen. Das Ausspielen kostet Energie – normalerweise stehen pro Runde drei Energie zur Verfügung. Es gibt drei Kartentypen: Mit Angriffen wird Schaden zugefügt oder der Gegner mit Statuseffekten belegt, mit Verteidigungen werden Schilde aufgebaut, und Mächte verstärken den eigenen Charakter dauerhaft für den laufenden Kampf.

Das Besondere am kooperativen Modus: Du darfst nicht nur den Gegner in deiner eigenen Reihe angreifen, sondern auch Monster in anderen Reihen attackieren, um deinen Mitspielern zu helfen. Am Ende einer Runde können sogar Positionen innerhalb der Reihen getauscht werden, um Gefahren aus dem Weg zu gehen. Umgekehrt greifen die Monster aber nur den Spieler an, der in ihrer jeweiligen Reihe steht. Die Aktionen der Monster sind dabei auf ihren Karten vorgegeben – manche folgen festen Mustern, andere hängen vom Würfelergebnis ab. So kann die Gruppe vorausplanen und muss gleichzeitig flexibel auf Unvorhergesehenes reagieren.

Nach einem gewonnenen Kampf gibt es Belohnungen. Drei Karten werden vom eigenen Erweiterungsdeck aufgedeckt, eine davon darf ins Deck aufgenommen werden. Mit etwas Glück ist sogar eine seltene Karte dabei. Zusätzlich können Tränke, Relikte oder Gold eingesackt werden. Bis auf die charaktergebundenen Karten kann die gesamte Beute innerhalb der Gruppe frei getauscht werden. Das ist teilweise auch bitter notwendig, denn die Kämpfe können mit falscher Ausrüstung schnell aussichtslos werden.

Wichtig zu wissen: Lebenspunkte regenerieren sich nach einem Kampf nicht automatisch. Was verloren ist, bleibt verloren – es sei denn, die Gruppe erreicht ein Lagerfeuer oder hat einen Heiltrank zur Hand. Diese Ressourcenknappheit sorgt dafür, dass jede einzelne Entscheidung Gewicht hat.

Warum fühlt sich das Brettspiel sogar spannender an?

Ein Detail, das auf den ersten Blick nebensächlich wirkt, verändert das Spielgefühl enorm: Alle Zahlenwerte wurden im Vergleich zum Computerspiel deutlich heruntergerechnet. Statt 80 Lebenspunkten hat dein Charakter vielleicht neun. Statt sieben Schaden kassierst du mal einen oder zwei. Das hat gleich mehrere Vorteile.

Zum einen bleibt der Verwaltungsaufwand am Spieltisch überschaubar. Token hin- und herzuschieben für dreistellige Lebenspunkte wäre am analogen Spieltisch ein Albtraum gewesen. Zum anderen fühlt sich jeder einzelne Schadenspunkt dramatischer an. Wenn du bei neun Lebenspunkten fünf verlierst, ist das die halbe Lebensleiste. Im Computerspiel wären fünf von achtzig kaum der Rede wert. Jeder Block, den du aufbaust, und jeder Angriff, den du landest, hat dadurch spürbar mehr Gewicht.

Die Autoren haben sich dabei nicht einfach alle Werte im gleichen Verhältnis reduziert, sondern offenbar jede einzelne Karte individuell angepasst. Der Standard-Schlag des Eisernen macht etwa statt sechs nur noch einen Schaden. Das Giftsystem der Stillen wurde ebenfalls angepasst. Das Ergebnis ist ein fein ausbalanciertes Zusammenspiel, bei dem kleine Zahlen große Spannung erzeugen.

Wie funktioniert das Karten-Upgrade?

Hier kommt der clevere Einsatz der Kartenhüllen ins Spiel. Möchtest du eine Karte verbessern, nimmst du sie einfach aus der Hülle, drehst sie um und steckst sie wieder rein. Auf der Rückseite befindet sich die aufgewertete Version mit stärkerem Effekt oder geringeren Kosten. Die blickdichten Hüllen sorgen dafür, dass vorher nicht zu sehen ist, was auf der Rückseite steht. Das ist einfach, elegant und funktioniert hervorragend.

Besonders schön: Bei den verbesserten Verteidigungskarten kommt ein starkes kooperatives Element hinzu. In der Basisversion schützt du damit nur dich selbst. In der aufgewerteten Variante kannst du den Schild auf jeden beliebigen Mitspieler legen. Das fällt einem erst nach ein paar Partien auf, macht dann aber einen riesigen Unterschied im Zusammenspiel der Gruppe.

Neben dem Upgraden können Karten auch transformiert werden – dabei wird die alte Karte abgelegt und durch eine zufällig gezogene ersetzt. Am Lagerfeuer oder beim Händler lässt sich das Deck zusätzlich ausdünnen, indem ungewollte Karten entfernt werden. All das zusammen sorgt dafür, dass der eigene Charakter von Raum zu Raum spürbar wächst und sich entwickelt. Dieses ständige Fortschrittsgefühl ist der eigentliche Motor des Spiels.

Ist das Spiel wirklich kooperativ?

Ja, und genau das ist der eigentliche Star der Brettspielumsetzung. Im Computerspiel bist du alleine unterwegs. Hier sitzt du mit Freunden am Tisch, diskutierst Strategien, wägst gemeinsam ab welchen Weg ihr nehmt und plant jeden Kampfzug als Team. Wer greift zuerst an? Wer schützt wen? Lohnt es sich, den Gegner in der anderen Reihe zu schwächen, oder konzentriert sich jeder auf sein eigenes Monster? Diese ständigen Absprachen sorgen dafür, dass praktisch keine Downtime entsteht. Du bist die ganze Zeit involviert und hast immer etwas zu tun – selbst wenn gerade ein anderer Spieler an der Reihe ist.

Allerdings hat das Ganze auch eine Kehrseite: Wer gerne die Kontrolle übernimmt, kann schnell zum sogenannten Alpha-Spieler werden und den anderen ihre Entscheidungen abnehmen. Darauf sollte die Gruppe achten und sich bewusst Raum lassen, damit jeder seine eigene Strategie einbringen kann.

Stirbt ein Charakter, ist der komplette Run vorbei. Alle fangen wieder von vorne an – ohne Verbesserungen, ohne gesammelte Relikte, alles auf Anfang. Das klingt brutal, sorgt aber dafür, dass jede Entscheidung Gewicht hat und die Gruppe wirklich zusammenarbeiten muss. Und genau hier zeigt sich der Roguelike-Charakter: Nach einem gescheiterten Run ist man nicht frustriert, sondern motiviert. Was könnte man beim nächsten Mal anders machen? Welche Kombination hat gefehlt? Welchen Weg sollte man beim nächsten Durchlauf nehmen?

Wie sieht es mit der Spieldauer aus?

Auf der Schachtel stehen 60–90 Minuten pro Akt. Realistisch solltest du aber eher mit etwa zwei Stunden pro Akt in Vollbesetzung rechnen. Zu zweit geht es spürbar schneller. Mal eben an einem Abend alle drei Akte durchzuspielen, wird also schwierig. Allerdings lässt sich das Spiel nach jedem Akt problemlos zwischenspeichern, sodass du den nächsten Run beim nächsten Spieleabend fortsetzen kannst.

Trotz der Länge fühlt sich die Zeit am Tisch nicht lang an. Durch die ständigen Entscheidungen, die kooperativen Absprachen und den spürbaren Fortschritt des eigenen Charakters verfliegt die Zeit regelrecht. Und wie beim Computerspiel kennt man auch am Spieltisch dieses Gefühl: Das Spiel ist vorbei und man denkt sich sofort – können wir noch eine Runde spielen?

Der Wiederspielwert ist insgesamt enorm hoch. Vier unterschiedliche Charaktere, die sich jeweils auf verschiedenste Arten weiterentwickeln lassen, zufällig zusammengesetzte Spielpläne und die verschiedenen Deckbuilding-Strategien sorgen dafür, dass sich kaum ein Run wie der andere anfühlt.

Gibt es auch Kritikpunkte?

Ja, und der größte betrifft die Spielregel. Sie ist leider schlecht strukturiert, weist Lücken auf und enthält kaum Beispiele. Ein Glossar mit den wichtigsten Schlüsselwörtern fehlt komplett. Wer die digitale Vorlage nicht kennt, wird bei den vielen Regelfeinheiten häufig ratlos vor der Anleitung sitzen und sich vieles mühsam zusammensuchen müssen. Kenner des Computerspiels dagegen finden sich sofort zurecht und können praktisch ohne Regellektüre loslegen – für sie ist alles intuitiv und logisch.

Ein weiterer Punkt ist der Verwaltungsaufwand während der Kämpfe. Energie tracken, Schilde anpassen, Gift-Token verteilen, Statuseffekte verwalten – all das übernimmt in der digitalen Version der Computer. Am Spieltisch musst du das alles selbst machen. Gerade in intensiven Kämpfen mit vielen Effekten und mehreren Monstern kann es passieren, dass man kurz den Überblick verliert. „Hatte ich dafür schon Energie ausgegeben?" – diese Frage wird am Spieltisch öfter fallen als man denkt. Das ist kein Spielverderber, kann aber gerade am Anfang etwas fummelig sein.

Und dann ist da noch der Preis. Mit rund 120 € für die Standardversion und etwa 180 € für die Collector's Edition mit Metallmünzen und Spielmatten ist Slay the Spire kein günstiges Vergnügen. Wer unsicher ist, ob das Spielprinzip etwas für die eigene Gruppe ist, dem sei empfohlen, vorher die digitale Version auszuprobieren. Die gibt es auf praktisch jedem System – PC, Konsole, Smartphone – und ist im Sale oft für wenige Euro zu haben.

Brauche ich das Brettspiel, wenn ich das Computerspiel habe?

Das ist die zentrale Frage, und die Antwort hängt davon ab, was du suchst. Wer Slay the Spire hauptsächlich solo spielen möchte, ist mit der digitalen Version ehrlich gesagt besser bedient. Das geht deutlich schneller, es gibt keinen Auf- und Abbau, die Verwaltung erledigt der Rechner und du kannst jederzeit einen schnellen Run einschieben.

Wer das Erlebnis aber mit Freunden teilen möchte, bekommt mit der Brettspielversion etwas, das die digitale Variante schlicht nicht bieten kann. Gemeinsam Strategien zu entwickeln, sich durch scheinbar übermächtige Gegnerhorden zu kämpfen und die volle Bandbreite an Emotionen zu erleben – vom panischen „wir schaffen das nicht" bis zum euphorischen Jubel nach einem knappen Bosssieg – das ist die eigentliche Stärke dieser Umsetzung. Dazu kommt das haptische Erlebnis: echte Karten in der Hand, Figuren auf dem Spielplan, gemeinsam am Tisch sitzen. Das fühlt sich einfach anders an als alleine vor dem Bildschirm.

Für die richtige Atmosphäre übrigens ein kleiner Tipp: Den Soundtrack von Slay the Spire gibt es auf den gängigen Streaming-Plattformen. Einfach nebenbei laufen lassen und schon fühlt sich der Spieleabend noch ein Stück mehr nach Spire an.

Fazit zu Slay the Spire: Das Brettspiel

Slay the Spire: Das Brettspiel ist eine beeindruckend detailgetreue Umsetzung des gleichnamigen Computerspiels – und in mancher Hinsicht sogar mehr als das. Die heruntergerechneten Zahlenwerte sorgen dafür, dass sich jeder Schadenspunkt dramatisch anfühlt. Das Karten-Upgrade über die bedruckten Kartenhüllen ist elegant gelöst. Und der kooperative Modus ist eine echte Bereicherung, die dem Spielprinzip eine völlig neue Dimension verleiht, die es digital so nicht gibt.

Der Wiederspielwert ist durch die vier grundverschiedenen Charaktere, die zahllosen Deckbuilding-Strategien und den Roguelike-Aufbau enorm hoch. Nach jedem gescheiterten oder erfolgreichen Run möchte man direkt den nächsten starten und etwas Neues ausprobieren. Dieses süchtig machende „nur noch eine Runde"-Gefühl hat die Umsetzung vom Bildschirm auf den Spieltisch hervorragend mitgenommen.

Wer allerdings die digitale Vorlage nicht kennt, wird es durch die lückenhafte Spielregel anfangs schwer haben. Und wer das Spiel ausschließlich solo spielen möchte, sollte sich überlegen, ob der Mehraufwand gegenüber der digitalen Version den Kauf wirklich rechtfertigt.

Kurz gesagt: Wer das Computerspiel liebt und ein kooperatives Deckbuilding-Erlebnis für den Spieltisch sucht, bekommt mit Slay the Spire eines der besten Spiele in diesem Bereich. Am besten vorher die digitale Version antesten – und wenn der Funke überspringt, zugreifen und Freunde einladen.

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