26. Österreichischer Spielepreis 2026: Take Time gewinnt das Spiel der Spiele
Take Time gewinnt das Spiel der Spiele beim 26. Österreichischen Spielepreis 2026. Alle Preisträger der Wiener Spiele Akademie plus deutsche Ausgaben.
Die Wiener Spiele Akademie hat zum 26. Mal den Österreichischen Spielepreis vergeben. Den Hauptpreis Spiel der Spiele und damit die begehrte rote Plakette holt 2026 das kooperative Rätselspiel Take Time. Dazu kommen sechs Spiele-Hit-Auszeichnungen quer durch die Genres.
Die Preisträger 2026 auf einen Blick
- Spiel der Spiele: Take Time
- Kinder: Beast Selfie
- Familien: Morty Sorty Magic Shop
- Freunde: Hot Streak
- Experten: Saltfjord
- Karten: Duell um Cardia
- Trend: Boss Fighters QR
Spiel der Spiele: Take Time
Take Time (Libellud, deutscher Vertrieb Asmodee) ist ein kooperatives Karten-Puzzle für zwei bis vier Personen ab 10, eine Partie dauert rund 30 Minuten. Die Gruppe legt zwölf Karten nach festen Regeln verdeckt um eine Uhr und arbeitet sich durch 40 immer kniffligere Tests. Reden ist dabei nur eingeschränkt erlaubt: Das Spiel lebt von Deduktion und stiller Abstimmung. Entworfen haben es Alexi Piovesan und Julien Prothière.
Der Hauptpreis ist die wichtigste Auszeichnung des Abends. Die rote Plakette geht an genau einen Titel, der aus einer Shortlist hervorgeht. Neben Take Time standen 2026 zwei weitere Spiele auf dieser Liste. Project Skyline (Piatnik) von Florian Maas ist ein Städtebauspiel, das Deckbau mit dreidimensionaler Gebietskontrolle verbindet (zwei bis vier Personen, 40 bis 60 Minuten, ab 12). Railroad Tiles (HeidelBÄR Games) von Hjalmar Hach und Lorenzo Silva ist ein Lege-Nachfolger der Railroad-Ink-Reihe, bei dem ein bis vier Spielende aus Plättchen ein Schienennetz aufbauen (rund 30 Minuten, ab 8).
Die sechs Spiele-Hit-Kategorien
Die Spiele-Hit-Plaketten sind die Genre-Auszeichnungen des Preises. Sie ehren je einen Titel für eine bestimmte Zielgruppe.
Kinder: Beast Selfie (HUCH!) von Emanuele Briano. In dem Legespiel für zwei bis vier Kinder ab 7 stellen die Tiere Fotos nach. Wer die Plättchen geschickt in seinem Rahmen anordnet und am Ende die schönsten Seiten zeigt, holt die meisten Punkte (15 Minuten).
Familien: Morty Sorty Magic Shop (Schmidt Spiele) von Markus Slawitscheck. Zwei bis vier Spielende ab 8 sortieren Zutatengläser in die Regale eines Zaubershops. Die Deckelfarbe bestimmt das Regal, die Zahlen müssen je Reihe aufsteigend liegen (30 Minuten).
Freunde: Hot Streak (CMYK, deutsche Ausgabe Strohmann Games) von Jon Perry. Ein schnelles Wett- und Bluffspiel für zwei bis acht Personen ab 6, in dem alle auf ein chaotisches Maskottchen-Rennen tippen (20 Minuten). Auf BoardGameGeek rangiert es unter den vier bestbewerteten Partyspielen.
Experten: Saltfjord (Aporta Games, deutsche Ausgabe HUCH!) von Kristian Amundsen Østby und Eilif Svensson. Das Aufbauspiel schickt ein bis vier Personen ab 14 in ein norwegisches Fischerdorf des 19. Jahrhunderts. Über drei Runden draften die Spielenden Würfel, um Gebäude zu aktivieren, Boote auszusenden und Technologien zu erforschen (45 bis 90 Minuten). Das Würfel-Draft ist lose vom älteren Santa Maria abgeleitet.
Karten: Duell um Cardia (Hans im Glück) von Faouzi Boughida und Mathieu Rivero. Ein reines Zwei-Personen-Duell ab 9: Beide führen dasselbe Deck mit Werten von 1 bis 16 und versuchen, ihre Karten im richtigen Moment auszuspielen (15 Minuten).
Trend: Boss Fighters QR (Pegasus Spiele) von Michael Palm und Lukas Zach. Das kooperative Kampagnenspiel für zwei bis vier Personen ab 10 koppelt Karten an eine App. Per Scan-and-Play treten die Helden gegen zehn Bossmonster an, die taktisch auf jeden Zug reagieren (40 bis 60 Minuten).
Einen Sonderpreis vergab die Wiener Spiele Akademie 2026 nicht.
Was der Preis für die deutschsprachige Szene bedeutet
Den Österreichischen Spielepreis vergibt die Wiener Spiele Akademie seit 2001, die Verleihung fand Ende Juni 2026 in Wien statt. Schon die 25. Ausgabe 2025 zeigte diese Bandbreite. Für Spielerinnen und Spieler in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist die Liste auch deshalb interessant, weil fast alle prämierten Titel auf Deutsch erhältlich sind: Schmidt Spiele, Hans im Glück, Pegasus Spiele, HUCH! und Piatnik verlegen direkt, Hot Streak und Saltfjord kommen über Strohmann Games beziehungsweise HUCH! in den Handel. Damit reiht sich der Preis neben dem Spiel des Jahres und dem Deutschen Spielepreis als weitere Orientierung aus dem deutschsprachigen Raum darüber ein, welche Neuheiten über das laufende Jahr hinaus Bestand haben dürften.
Auffällig ist die Bandbreite: Vom 15-minütigen Kinder-Legespiel bis zum 90-minütigen Experten-Euro deckt die Auswahl 2026 nahezu jede Spielrunde ab. Wer den nächsten Familien- oder Spieleabend plant, findet auf dieser Liste sieben sehr unterschiedliche, aber durchweg gut zugängliche Empfehlungen.